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Gerd-Uwe Staubach

Gerd-Uwe Staubach (Jg. 1952) ist der Sohn eines Villigster Dachdeckermeisters. Schon in jungen Jahren entdeckte er seine Liebe zum Segelflugsport. Als erster Segelflieger überhaupt leistete er seinen Bundeswehrdienst in einer Sportkompanie ab. Neben zahlreichen Deutschen Meisterschaften war Staubach auch bei Europameisterschaften und anderen internationalen Wettbewerben erfolgreich. Zu seinen größten Erfolgen zählt der dreifache Gewinn des Barron-Hilton-Cups, einer inoffiziellen Weltmeisterschaft in seiner Sportart. Staubach ist heute als selbstständiger Prozessanalytiker (SAP-Berater) in ganz Deutschland unterwegs. Er lebt in Marl. Beruflich  betreibt er ein Büro mit einem Kollegen in Berlin.

Paris Hilton saß auf meinem Schoß
(Vorschautext des Buches)


Ein nasskalter Sonntagvormittag in Berlin. Auf der Spree am Treptower Park, unweit des Szene-Stadtteils Kreuzberg, liegt der alte Lastkahn „Klipper“. Das Schiff ist zum Restaurant umgebaut. Innen strahlt ein gusseiserner Ofen wohlige Wärme aus, Männer und Frauen in den besten Jahren sitzen an weiß gedeckten Tischen.
Hier fühlt sich Gerd-Uwe Staubach wohl. Beim entspannten Frühstück im „Klipper“ findet der frühere Spitzen-Segelflieger die Ruhe, die er für seinen anstrengenden Job zwischen Berlin und Bonn braucht. Der gebürtige Schwerter ist Prozessanalytiker, ständig unterwegs. Seine Aufgabe: strategische Planung bei Softwareproblemen. Damit Schwierigkeiten gar nicht erst aufkommen, ist vorausschauendes Denken wichtig. „Du brauchst Sicherheit bei deinen Entscheidungen!“, sagt der sportlich wirkende Mittfünfziger.
Sicherheit, die auch bei seiner Leidenschaft erforderlich ist, dem Segelfliegen. Wer gut fliegen will, muss vorausblicken. Bereits mit 18 Jahren hatte Gerd-Uwe Staubach den Luftfahrtschein in der Tasche, das war der Eintritt in seine Karriere als Segelflieger. Mit einundzwanzig diente er als erster deutscher Segelflugsportler in einer Sportkompanie bei der Bundeswehr. Eine Chance, seiner Leidenschaft frei von anderen Verpflichtungen nachzugehen - wie später als Student der Betriebswirtschaftslehre. Staubach investierte Zeit und Geld in einen Sport, der ihm wichtiger als vieles andere war. Tage-, wochen-, gar monatelang wartete er in diesen Jahren auf das „richtige Wetter“. Doch blauen Himmel, eine leichte Brise und bereits am frühen Morgen Cumuluswolken wie kleine Wattebäuschchen, das gibt’s in Deutschland als Großwetterlage nur vier- bis fünfmal im Jahr. Also ließ Staubach Studium Studium und Karriere Karriere sein. Stattdessen ging er Gelegenheitsjobs nach, stand am Presslufthammer, verlegte Gasleitungen - alles Jobs, die er sofort fallen lassen konnte, wenn das ideale Wetter für den Top-Segelflug in Sichtweite war. Fünfhundert Kilometer und mehr fliegen, und das möglichst in der Form eines gleichschenkligen Dreiecks – das war sein Traum. „Segelflug musst du leben“, erklärt er heute sein Engagement für diesen außergewöhnlichen Sport. Staubach büffelte Meteorologie, um die richtige Thermik zu erkennen. Wissen, auf das der zweifache Vater heute noch stolz ist. Blitzschnell zeichnet er eine Wetterkarte auf den Notizblock, erklärt Hochs und Tiefs und wie bei welchem Wetter geflogen werden kann.
Gerd-Uwe Staubach, der auch zweifacher Großvater ist, kann von Siegen und Niederlagen bei deutschen wie auch bei internationalen Meisterschaften erzählen. Er flog und gewann im Ein- und im Doppelsitzer so ziemlich alle Wettbewerbe, die es im Streckenflug gibt. Wer das erreichen will, lernt andere Segelflieger kennen, die ebenso vernarrt in diesen Sport sind wie er selbst. In dieser verschworenen Gemeinschaft entstehen Freundschaften, national und international, von denen Staubach heute noch zehrt. So geschehen in Nevada, der Heimat des Hotelerben Barron Hilton.
Der Barron-Hilton-Cup ist der einzige dezentrale Segelflugwettbewerb, der europaweit ausgerichtet wird. Deutsche Teilnehmer müssen mindestens einmal in Europa losfliegen und ein möglichst großes gleichschenkliges Dreieck fliegen. Die Gewinner werden auf die Hilton-Ranch in Nevada eingeladen, um die weltbesten Segelflieger zu treffen. Gerd-Uwe Staubach gewann den Cup in seiner Klasse dreimal, flog bis zu 745 Kilometer. Zweimal durfte er auf die Ranch. Noch heute glänzen seine Augen, wenn er von den Begegnungen und Gesprächen in den USA spricht. Vom letzten Menschen auf dem Mond, dem Astronauten und begeisterten Segelflieger Eugene A. Cernan, erhielt Staubach ein Erinnerungsschreiben an ihre Begegnung. Das hat er, der sonst keinen großen Wert auf Erinnerungsstücke legt, aufbewahrt.
1983, bei Staubachs erstem Besuch auf der Ranch, krabbelte ein kleines Mädchen auf seinen Schoß: Paris Hilton, Barron Hiltons Enkelin. „Leider war sie damals erst zwei Jahre alt“, lacht Staubach, wenn er diese Episode aus seinem Sportlerleben erzählt. Und das ist noch nicht zu Ende. Staubach, der - wie er sagt - alles noch einmal so machen würde, hat eine Fortsetzung seiner sportlichen Karriere fest im Blick. Segelfliegen ist fast altersunabhängig. Staubach will wieder einsteigen, sobald sein Beruf es zulässt. Fit genug ist der Mann: Pro Woche joggt er mindestens 30 Kilometer, fast immer durch die Rheinaue in Bonn oder den Treptower Park im Herzen Berlins.